23. Juli 2019

Über Gewichtheben

Unser Gewichtheber-Verein wurde 1967 von Pater Cornelius Sagmeister gegründet.

Es handelt sich hier um eine Sportart, bei der nicht nur der Kraftanteil eine wesentliche Rolle spielt. Gerade die ausgefeilte Technik und eine enorme Schnellkraft spielen hier eine weitaus wichtigere Rolle. Mit brutaler Gewalt findet man gerade in dieser technisch hochkomplexen Sportart sehr rasch seine Grenzen. Das Erlernen der technischen Bewegungsabläufe und der Schnellkraftentfaltung erfordert ein jahrelanges Training, bevor man von einem Meister dieser Sportart sprechen kann. Nur unter der fachlichen Anleitung durch unsere Trainer, Lehrwarte und Übungsleiter, aber auch durch Hilfestellung erfolgreicher Gewichtheber in den Mitgliedsvereinen des Österr. Gewichtheberverbandes, kann man diese technisch anspruchsvolle Sportart bis zur Perfektion erlernen. Gerade zu Beginn der einzelnen Übungsstunden wird man erstaunt sein, dass den so genannten Kraftkomponenten eine nur untergeordnete Rolle zukommt. Der Schwerpunkt liegt erst einmal in der gezielten Entwicklung und Verbesserung der Beweglichkeit in allen Gelenken sowie im Erlernen eines guten Gleichgewichtsgefühls. Das Erlernen und Anwenden einer ausgesprochen hohen Grundschnellkraft ist ein weiterer Eckpfeiler im Training der ersten Übungsstunden und wird den Athleten sportartspezifisch prägen. Hierbei überprüft der Trainer erst einmal durch entsprechend ausgerichtete Übungen und Bewegungsabläufe die Grundveranlagungen des Interessenten.


Bis die besonderen Techniken und Bewegungsmuster dieser Sportart einigermaßen sitzen, kann durchaus ein halbes Jahr ins Land ziehen. Hat man aber erst einmal das notwendige Rüstzeug gelernt, dann lässt einen das Eisen so schnell nicht mehr los! Die Freude an der stetigen Verbesserung und Leistungssteigerung erzeugt ein sagenhaftes Gefühl von Zufriedenheit und Harmonie beim Lernenden. In aller Ruhe wir sich der Körper an die geforderten Bewegungsabläufe und Belastungsanforderungen anpassen. Die technischen Bewegungsabläufe verbessern sich ständig und man ist oft erstaunt, zu welchen Leistungen der Körper fähig ist. Der immer sorgenvoll geäußerten Meinung, Gewichtheben sei schädlich für den Rücken, kann man absolut widersprechen. Es handelt sich hierbei um eine vollkommen unüberlegte Pauschalaussage. Entscheidend ist in jeder Sportart die Ausbildung des Trainers und der von ihm eingesetzten Trainingsmethoden. Bei korrekt durchgeführten Übungen und intelligenten Trainingskonzepten werden Athleten im Gewichtheben über Jahre aufgebaut. Der komplette Bewegungsapparat (Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen) werden hierbei gestärkt, so dass sich ein positiver Gesundheitseffekt einstellt von dem die Athleten auch im Alltag profitieren. Hierzu gibt es eine Vielzahl positiver Beispiele, viele Spitzensportler sind hierfür ein entsprechendes Aushängeschild.


Das Olympische Gewichtheben ist gerade für Jugendliche die ideale Sportart, da der gesamte Organismus gekräftigt und die Beweglichkeit enorm geschult wird. Auch die innere Ruhe und Ausgeglichenheit sowie das Durchhaltevermögen werden durch diese Sportart erstklassig geschult und geprägt. Bedenken, dass es bei dieser Sportart zu Rückenverletzungen kommen könnte, sind völlig fehl am Platz, da eine ärztliche Voruntersuchung sowie das fachliche Training, speziell im Bereich des Stützapparates, Verletzungen im Rückenbereich gänzlich ausschließen. Der jugendliche Organismus kann sich am besten an die komplexen Bewegungsabläufe anpassen, so dass nach wenigen Jahren bereits große Erfolge auf den entsprechenden Meisterschaften das harte Training belohnen. Wettkämpfe gibt es im olympischen Gewichtheben bereits für Schüler ab 10 Jahren. In den Jugendklassen geht es dann weiter über die Juniorenklasse, sowie der U-23 zur allgemeinen Klasse. Die Seniorenklassen, von 35 bis weit über 60 Lebensjahre, bieten dann sogar noch den „Reiferen“ unter den Athleten und Athletinnen die heiß geliebten Wettkämpfe. Sie haben richtig gelesen! Auch das weibliche Geschlecht betreibt seit einigen Jahren mit wachsender Begeisterung erfolgreich diesen Sport. Nun, meine Damen, Sie brauchen keine Angst davor zu haben, dass Sie dann bald wie ein Muskelprotz aussehen werden! Wie bereits gesagt, spielt die Kraftkomponente und damit letztendlich die Muskelmasse nur eine untergeordnete Rolle bei dieser Sportart. Die Bewegungsabläufe des Gewichthebens kommen gerade der weiblichen Anatomie sehr entgegen und sorgen für einen gesunden Bewegungsapparat. Die Höhepunkte der weit fortgeschrittenen Wettkämpfer sind hier selbstverständlich die OLYMPISCHEN SPIELE und die internationalen Begegnungen wie Europa- und Weltmeisterschaften sowie eine stetig wachsende Anzahl von internationalen Turnieren.


Eigentlich kann jeder das olympische Gewichtheben unter der gezielten Anleitung unserer Trainer und Übungsleiter in den Vereinen des Österreichischen Gewichtheberverbandes erfolgreich erlernen. Die Sportausrüstung für das Gewichtheben beschränkt sich auf ein Paar Gewichtheberschuhe sowie ein Wettkampftrikot und vielleicht ein spezieller Gewichthebergürtel, wenn der Weg als Leistungssportler eingeschlagen werden soll.
Nicht nur als Wettkampf- bzw. Leistungssport bietet sich das Gewichtheben an. Die erstklassige motorische Schulung sowie ein gezielter Kraftaufbau in praktisch allen Körperregionen empfehlen gerade diese Sportart als hochinteressante und gesunde Freizeitbeschäftigung. Sollte der persönliche Leistungsstand das Interesse an einer kleinen Wettkampfteilnahme wecken, so findet der Interessent entsprechende Mannschaftsmeisterschaften und Landesmeisterschaften, wo er einmal Wettkampfluft schnuppern kann. Bei vielen Newcomern muss der Trainer bereits nach wenigen Wochen den Übereifer ein wenig bremsen, da gerade bei dieser Sportart der Trainingsspaß sowie das Entdecken des eigenen Körpers mit all seinen herrlichen Fähigkeiten das Beenden der Trainingseinheit nicht leicht machen. Für die ersten Monate reichen zwei bis maximall drei Trainingseinheiten pro Woche völlig aus. Sollte sich ein Interesse an der wettkampfmäßigen Ausübung dieser Sportart einstellen, so wird die Anzahl der Trainingseinheiten bis auf fünf pro Woche ansteigen, um bei großen Meisterschaften erfolgreich mitmischen zu können. Die Teilnahme an Meisterschaften ist völlig freigestellt und eine stetig wachsende Schar von Kraftsportbegeisterten trainiert seit Jahren nur zweimal wöchentlich mit erstklassigen Erfolgen gegen Haltungsschäden und Alltagsstress. Frei nach dem Motto der Sportunion „Wir bewegen Menschen“ aber auch Gewichte.
Für den Athletikklub Union Öblarn

Alfred Grundner


( Auszüge aus Gewichtheberverband NRW )